Dittersdorf

Dětřichov u Moravské Třebové

Zpět
Dittersdorf ist ein kleiner Ort, der 1938 rund 400 fast ausschließlich deutschsprachige Einwohner hatte. Anfang 1939 begannen die Bauarbeiten an der Autobahn Breslau—Wien, die einige hundert Meter östlich am Ort vorbeiführen sollte. An der geplanten Strecke wurden in regelmäßigen Abständen Arbeiterunterkünfte errichtet. Mit dem Bau des Abschnitts bei Dittersdorf wurde jedoch nie begonnen und das ganze Bauprojekt wurde schließlich im April 1942 aufgegeben. Die drei Holzbaracken bei Dittersdorf wurden 1943 in ein „Entbindungsheim“ für Zwangsarbeiterinnen umgewandelt, die einzige bekannte Einrichtung dieser Art auf dem Gebiet der heutigen Tschechischen Republik.
Im Jahr 1943 kamen die ersten schwangeren Frauen, die aus Polen und den besetzten Gebieten der Sowjetunion nach Nordmähren deportiert worden waren, nach Dittersdorf. Im Oktober 1944 gab es in Dittersdorf 26 Kinder und 59 Frauen, davon 33 Schwangere. Die meisten Frauen arbeiteten auf Bauernhöfen in der näheren Umgebung, es kamen aber auch Frauen aus weiter entfernten Orten, um hier zu entbinden. Im Lager gab es nur einen Arzt und die Frauen waren weitgehend auf sich gestellt. Von 1943 bis 1945 kamen in Dittersdorf 637 Kinder zur Welt, 206 von ihnen starben oft kurz nach der Geburt an Krankheiten und Unterernährung. Auch 14 erwachsene Frauen kamen ums Leben.

Marie Chomiszáková
* 1921
Beniowa, PL

Marie Chomiszáková wurde 1941 zur Zwangsarbeit aus Polen nach Jägerndorf (Krnov) deportiert und dem Bauern Edmund Adam zugeteilt. 1943 wurde sie von ihrem späteren Mann, der als Kriegsgefangener im Nachbarort arbeitete, schwanger. Das Kind brachte sie in Dittersdorf zur Welt. Sie durfte ihr Kind bei sich behalten, denn ihr Mann hatte in Ober Paulowitz (Horní Povelice), beim Bauern Franz Schmidt eine Stelle für sie gefunden, die sie auch mit Säugling antreten durfte.

AUSSTELLUNG

Aktueller Ausstellungsort: vestibul Městského úřadu Český Krumlov, 10.–31. 10. 2018

Institut Terezínské iniciativyDie Ausstellung "Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik erstellte das Institut Terezínské iniciativy o.p.s. in Zusammenarbeit mit den Partnern Antikomplex, Živá paměť und der Gedenkstätte Flossenbürg.


Die Ausstellung besteht aus 20 Stellwänden im Format A0 (eine Seite tschechisch, die andere Seite deutsch), die auf Malerstaffeleien montiert werden. Die minimale benötigte Ausstellungsfläche beträgt 80 m², oder ein Flur von ca. 50 Metern.


Die Leihgabe der Ausstellung ist kostenlos. Der Leihnehmer übernimmt nur die Transportkosten. Die Stellwände werden in einer speziellen Schutzkiste transportiert, die Malerstaffeleien einzeln. Die Ausstellung findet Platz in einem Kombi ab der Größe Škoda Octavia.


Im Falle Ihres Interesses, die Ausstellung auszuleihen,
kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail marie.zahradnikova@terezinstudies.cz / education@terezinstudies.cz
oder telefonisch unter: +420 608 611 787 / +420 222 317 013

Aktionen

13. 4. 2016

feierliche Eröffnung

Feierliche Ausstellungseröffnung in den Ausstellungsräumen der Národní technická knihovna in Prag - Dejvice

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13. 4.2016

Seminar
Prag

Bildungsseminar für Mittelschulen in der Národní technická knihovna, Beginn 12:30 Uhr

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16.—18. 3. 2016

Treffen in Flossenbürg

Deutsch-tschechische Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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25.—26. 2. 2015

Konferenz
Liberec

Internationale Konferenz "Verlieren wir das Gedächtnis. Vergessene Orte der NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa

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Partner

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Kontakt

Institut Terezínské iniciativy
Obecně prospěšná společnost
Jáchymova 63/3
110 00, Prag 1
Tschechische Republik
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e-mail: marie.smutna@terezinstudies.cz
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