Melm

Jelm u Horní Plané

Zpět
Melm ist ein kleines Dorf in den Hochlagen des Böhmerwaldes, in der Nähe von Oberplan (Horní Planá). Der Ort, der zur Gemeinde Honetschlag (Hodňov) gehört, wurde 1445 erstmals urkundlich erwähnt. In der Zeit der Ersten Republik bestand er aus 16 Höfen und hatte rund 130 Einwohner. Nach dem Münchner Abkommen 1938 wurden die deutschsprachigen Gebiete des Böhmerwaldes an das Deutsche Reich angeschlossen. Melm wurde gemeinsam mit dem damaligen Kreis Krummau Teil des Reichsgaus Oberdonau. Im Sommer 1940 wurden Melm die ersten Zwangsarbeiter aus Polen zugewiesen, um dort auf den Bauernhöfen schwere Arbeit zu verrichten.
Nach Melm wurden in erster Linie junge Leute aus Polen deportiert. Dem benachbarten Honetschlag wurden französische Kriegsgefangene zugeteilt, die ebenfalls bei den Bauern in der Umgebung arbeiteten. Im Jahr 1940 gab es im Kreis Krummau rund 60 Arbeitskommandos mit über 1000 Kriegsgefangenen. Im Herbst 1944 waren dort über 6000 zivile Zwangsarbeiter registriert, über 10 % Prozent der Bevölkerung. Der Böhmerwald war nicht sehr industriell geprägt, weshalb dort die meisten Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft eingesetzt waren. Lediglich in Krummau (Český Krumlov) arbeiteten die Gefangenen auch im Grafitbergwerk und in der Papierfabrik im benachbarten Wettern (Větřní).

Stanisława B.
* 1922
Lipnica Dolna, PL

Stanisława B. wuchs im Dorf Lipnica Dolna, 60 km südöstlich von Krakau, auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf. 1940 heiratete sie ihren Nachbarn Jozef B. und noch im selben Jahr wurden die beiden nach Melm zur Bauernfamilie Mündl deportiert. Sie mussten von 4 Uhr morgens bis 8 Uhr abends arbeiten, auch sonntags. Nach zwei Jahren Zwangsarbeit beschlossen sie zu fliehen. Sie wurden am Bahnhof in Prerau (Přerov) ohne gültige Papiere verhaftet und zu sechs Monaten Haft in Troppau (Opava) verurteilt. Nach der Haftentlassung waren sie bis Kriegsende als Zwangsarbeiter auf Bauernhöfen in der Nähe von Linz. Nach der Befreiung kehrten sie nach Polen zurück.

AUSSTELLUNG

Aktueller Ausstellungsort: vestibul Městského úřadu Český Krumlov, 10.–31. 10. 2018

Institut Terezínské iniciativyDie Ausstellung "Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik erstellte das Institut Terezínské iniciativy o.p.s. in Zusammenarbeit mit den Partnern Antikomplex, Živá paměť und der Gedenkstätte Flossenbürg.


Die Ausstellung besteht aus 20 Stellwänden im Format A0 (eine Seite tschechisch, die andere Seite deutsch), die auf Malerstaffeleien montiert werden. Die minimale benötigte Ausstellungsfläche beträgt 80 m², oder ein Flur von ca. 50 Metern.


Die Leihgabe der Ausstellung ist kostenlos. Der Leihnehmer übernimmt nur die Transportkosten. Die Stellwände werden in einer speziellen Schutzkiste transportiert, die Malerstaffeleien einzeln. Die Ausstellung findet Platz in einem Kombi ab der Größe Škoda Octavia.


Im Falle Ihres Interesses, die Ausstellung auszuleihen,
kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail marie.zahradnikova@terezinstudies.cz / education@terezinstudies.cz
oder telefonisch unter: +420 608 611 787 / +420 222 317 013

Aktionen

13. 4. 2016

feierliche Eröffnung

Feierliche Ausstellungseröffnung in den Ausstellungsräumen der Národní technická knihovna in Prag - Dejvice

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13. 4.2016

Seminar
Prag

Bildungsseminar für Mittelschulen in der Národní technická knihovna, Beginn 12:30 Uhr

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16.—18. 3. 2016

Treffen in Flossenbürg

Deutsch-tschechische Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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25.—26. 2. 2015

Konferenz
Liberec

Internationale Konferenz "Verlieren wir das Gedächtnis. Vergessene Orte der NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa

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Partner

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Kontakt

Institut Terezínské iniciativy
Obecně prospěšná společnost
Jáchymova 63/3
110 00, Prag 1
Tschechische Republik
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e-mail: marie.smutna@terezinstudies.cz
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