Reichenberg

Liberec

Zpět
Reichenberg war ab 1938 Verwaltungssitz des Sudetengaus. Rund 80 % der 70 000 Einwohner der Stadt sprachen deutsch und die meisten von ihnen arbeiteten in der dort ansässigen Textilindustrie. Während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren wurde die Hälfte der Textilfabriken geschlossen und fast 10 000 Menschen verloren ihre Arbeit. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Industrie in der Stadt zügig umgestellt. Nach Reichenberg kamen viele reichsdeutsche Firmen aus den Bereichen Elektrotechnik und Flugzeugbau, zum Beispiel das Berliner Unternehmen Argus, die Weser- Flugzeugbau GmbH aus Bremen, die Henschel Flugzeug-Werke aus Kassel und die Firma Blaupunkt.
Im September 1944 waren im Zuständigkeitsbereich des Arbeitsamtes Reichenberg fast 25 000 ausländische Zivilisten registriert, darunter 5 500 sog. Ostarbeiter (aus den besetzten Teilen der Sowjetunion) und eine unbekannte Zahl von Kriegsgefangenen. Die Zwangsarbeiter in Reichenberg lebten und arbeiteten oft direkt im Stadtzentrum. Dort wurden für sie mehr als 100 provisorische Unterkünfte gebaut, einschließlich Lager für Roma aus dem Sudetengau. In den meisten Lagern waren aber Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion und Kriegsgefangene untergebracht. Der Hauptpost waren z. B. drei Arbeitslager in der Nähe der Neumann’schen Fabrik zugeteilt.

Erwin Scholz
* 1927
Liberec, CZ

Erwin Scholz wurde 1927 in Reichenberg in einer deutsch-tschechischen Familie geboren. Nach dem Anschluss der Grenzgebiete an das Deutsche Reich war er Augenzeuge der NS-Zwangsarbeit in Reichenberg – er berichtet über sowjetische Kriegsgefangene, über Franzosen und über den unterschiedlichen Umgang und die Hierarchie unter den NS-Zwangsarbeitern. Seine Familie freundete sich mit einem französischen Offizier an, der sie zum Schachspielen besuchte. Nach dem Krieg ging der Kontakt verloren. Herr Scholz wurde nach dem Krieg nicht vertrieben und in den 90er Jahren gründete er die Landesversammlung der Deutschen in der Tschechischen Republik.

AUSSTELLUNG

Aktueller Ausstellungsort: vestibul Městského úřadu Český Krumlov, 10.–31. 10. 2018

Institut Terezínské iniciativyDie Ausstellung "Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik erstellte das Institut Terezínské iniciativy o.p.s. in Zusammenarbeit mit den Partnern Antikomplex, Živá paměť und der Gedenkstätte Flossenbürg.


Die Ausstellung besteht aus 20 Stellwänden im Format A0 (eine Seite tschechisch, die andere Seite deutsch), die auf Malerstaffeleien montiert werden. Die minimale benötigte Ausstellungsfläche beträgt 80 m², oder ein Flur von ca. 50 Metern.


Die Leihgabe der Ausstellung ist kostenlos. Der Leihnehmer übernimmt nur die Transportkosten. Die Stellwände werden in einer speziellen Schutzkiste transportiert, die Malerstaffeleien einzeln. Die Ausstellung findet Platz in einem Kombi ab der Größe Škoda Octavia.


Im Falle Ihres Interesses, die Ausstellung auszuleihen,
kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail marie.zahradnikova@terezinstudies.cz / education@terezinstudies.cz
oder telefonisch unter: +420 608 611 787 / +420 222 317 013

Aktionen

13. 4. 2016

feierliche Eröffnung

Feierliche Ausstellungseröffnung in den Ausstellungsräumen der Národní technická knihovna in Prag - Dejvice

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13. 4.2016

Seminar
Prag

Bildungsseminar für Mittelschulen in der Národní technická knihovna, Beginn 12:30 Uhr

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16.—18. 3. 2016

Treffen in Flossenbürg

Deutsch-tschechische Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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25.—26. 2. 2015

Konferenz
Liberec

Internationale Konferenz "Verlieren wir das Gedächtnis. Vergessene Orte der NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa

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Partner

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Ausstellungen
waren beteiligt  

 

Finanziell
unterstützt durch

 

Kontakt

Institut Terezínské iniciativy
Obecně prospěšná společnost
Jáchymova 63/3
110 00, Prag 1
Tschechische Republik
Im Falle, dass Sie die Ausstellung ausleihen
möchten, kontaktieren Sie bitte Marie Smutná:
 
e-mail: marie.smutna@terezinstudies.cz
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