Müglitz

Mohelnice

Zpět
Müglitz ist ein mährisches Städtchen am Fuße des Altvatergebirges, in dem bis 1945 die Mehrheit der 4500 Einwohner deutschsprachig war. Die Dörfer in der Umgebung waren überwiegend tschechisch. Müglitz wurde 1938 Teil des Reichsgaus Sudetenland. Der Ort hatte eher ländlichen Charakter. Der wichtigste Industriebetrieb in Müglitz war die 1904 gegründete Firma Ludwig Doczekal & Co. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie von der Firma Siemens übernommen, die dort Elektromotoren produzierte. In den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb erweitert und beschäftigte über 1000 Menschen.
Das Arbeitsamt in Mährisch Schönberg (Šumperk), zu dessen Zuständigkeitsbereich Müglitz gehörte, registrierte im September 1944 rund 7500 zivile Zwangsarbeiter. Die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt. Als erste wurden polnische Kriegsgefangene zur Arbeit dorthin deportiert — schon wenige Wochen nach Kriegsausbruch im Jahr 1939. Im Frühjahr 1940 wurde ihnen der Kriegsgefangenenstatus aberkannt, man erklärte sie zu Zivilisten und setzte sie in der Landwirtschaft ein. Ein kleineres Arbeitskommando mit 13 französischen Gefangenen arbeitete in der Stärkefabrik Gessner, Pohl & Co. Die meisten Zwangsarbeiter wurden in Müglitz von der Firma Siemens eingesetzt.

Ernst Kukula
* 1934
Mohelnice, CZ

Ernst Kukula wurde 1934 in Müglitz geboren. Er erinnert sich an Adam Relicz, der auf dem Hof der Familie lebte und arbeitete. Nach dessen Festnahme bekam die Familie andere Zwangsarbeiter aus Polen und Russland. Nach dem Krieg wurden die Kukulas nach Deutschland ausgesiedelt. Ernst und seine Frau Rosemarie leben in Meitingen bei Augsburg und sind in der Ackermann-Gemeinde, einer Organisation vertriebener Deutscher, aktiv.

AUSSTELLUNG

Aktueller Ausstellungsort: vestibul Městského úřadu Český Krumlov, 10.–31. 10. 2018

Institut Terezínské iniciativyDie Ausstellung "Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik erstellte das Institut Terezínské iniciativy o.p.s. in Zusammenarbeit mit den Partnern Antikomplex, Živá paměť und der Gedenkstätte Flossenbürg.


Die Ausstellung besteht aus 20 Stellwänden im Format A0 (eine Seite tschechisch, die andere Seite deutsch), die auf Malerstaffeleien montiert werden. Die minimale benötigte Ausstellungsfläche beträgt 80 m², oder ein Flur von ca. 50 Metern.


Die Leihgabe der Ausstellung ist kostenlos. Der Leihnehmer übernimmt nur die Transportkosten. Die Stellwände werden in einer speziellen Schutzkiste transportiert, die Malerstaffeleien einzeln. Die Ausstellung findet Platz in einem Kombi ab der Größe Škoda Octavia.


Im Falle Ihres Interesses, die Ausstellung auszuleihen,
kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail marie.zahradnikova@terezinstudies.cz / education@terezinstudies.cz
oder telefonisch unter: +420 608 611 787 / +420 222 317 013

Aktionen

13. 4. 2016

feierliche Eröffnung

Feierliche Ausstellungseröffnung in den Ausstellungsräumen der Národní technická knihovna in Prag - Dejvice

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13. 4.2016

Seminar
Prag

Bildungsseminar für Mittelschulen in der Národní technická knihovna, Beginn 12:30 Uhr

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16.—18. 3. 2016

Treffen in Flossenbürg

Deutsch-tschechische Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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25.—26. 2. 2015

Konferenz
Liberec

Internationale Konferenz "Verlieren wir das Gedächtnis. Vergessene Orte der NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa

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Partner

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Ausstellungen
waren beteiligt  

 

Finanziell
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Kontakt

Institut Terezínské iniciativy
Obecně prospěšná společnost
Jáchymova 63/3
110 00, Prag 1
Tschechische Republik
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e-mail: marie.smutna@terezinstudies.cz
telefon: +420 608 611 787
 
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