Odrau

Odry

Zpět
Odrau war während des Krieges nicht nur ein Ort der NS-Zwangsarbeit, sondern auch des Widerstandes. Nach dem Anschluss Odraus an das Deutsche Reich kam es zu Repressionen gegenüber den dortigen linksorientierten Arbeitern. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die kleinen Manufakturen in der Region Odrau — überwiegend Textilhersteller — zu Industriebetrieben. Viele der dort beschäftigten Arbeiter organisierten sich in Gewerkschaften und linksgerichteten Bewegungen. Auf eine Initiative der Arbeiter hin wurde 1907 in Odrau das sog. Arbeiterhaus gebaut, das bis heute besteht. Odrau hatte 1939 rund 4000 meist deutschsprachige Einwohner. Das Gummiwerk Optimit wurde nach dem Einmarsch der Wehrmacht durch die deutsche Firma Auergesellschaft Berlin arisiert, die dort in erster Linie Gasmasken herstellte.
Die genaue Zahl der in Odrau eingesetzten Zwangsarbeiter ist nicht bekannt. 1944 waren beim zuständigen Arbeitsamt in Neu Titschein mehr als 12 000 ausländische Zivilisten gemeldet, davon fast 700 „Ostarbeiter“ aus der Sowjetunion. Rund 30 ukrainische Arbeiterinnen des Gummiwerks Optimit wohnten in der leerstehenden Textilfabrik Wascha & Söhne. Die tschechischen Frauen und Mädchen waren in Holzbaracken in der Umgebung untergebracht. Darüber hinaus verpflichtete Optimit zirka 50 englische und italienische Kriegsgefangene, während weitere 50 sowjetische und serbische Häftlinge in der Landwirtschaft und als Waldarbeiter eingesetzt waren.

Jekatěrina Nasarovna Slepčenko
* 1924
Stachanov, UA

Jekaterina Nasarowna Sleptschenko wurde 1942 ins Sudetenland nach Odrau deportiert. Die Zwangsarbeiterinnen knüpften freundschaftliche Beziehungen zu deutschen Familien, z. B. zu Familie Lambo oder zur Familie des Werkmeisters Münster, von denen sie Lebensmittel, Kleidung oder Geschenke bekamen. Im Mai 1944 nahm die Gestapo wegen unerlaubten Kontakts zu „Ostarbeitern“ Münsters Schwester und Jekaterina fest. Sie war zunächst in Neu Titschein in Haft und kam dann über Breslau (Wrocław) und Ratibor (Racibórz) ins KZ Ravensbrück. Im Mai 1945 wurde sie aus einem Außenlager des KZ Neuengamme befreit und kehrte in die Ukraine zurück.

AUSSTELLUNG

Aktueller Ausstellungsort: vestibul Městského úřadu Český Krumlov, 10.–31. 10. 2018

Institut Terezínské iniciativyDie Ausstellung "Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik erstellte das Institut Terezínské iniciativy o.p.s. in Zusammenarbeit mit den Partnern Antikomplex, Živá paměť und der Gedenkstätte Flossenbürg.


Die Ausstellung besteht aus 20 Stellwänden im Format A0 (eine Seite tschechisch, die andere Seite deutsch), die auf Malerstaffeleien montiert werden. Die minimale benötigte Ausstellungsfläche beträgt 80 m², oder ein Flur von ca. 50 Metern.


Die Leihgabe der Ausstellung ist kostenlos. Der Leihnehmer übernimmt nur die Transportkosten. Die Stellwände werden in einer speziellen Schutzkiste transportiert, die Malerstaffeleien einzeln. Die Ausstellung findet Platz in einem Kombi ab der Größe Škoda Octavia.


Im Falle Ihres Interesses, die Ausstellung auszuleihen,
kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail marie.zahradnikova@terezinstudies.cz / education@terezinstudies.cz
oder telefonisch unter: +420 608 611 787 / +420 222 317 013

Aktionen

13. 4. 2016

feierliche Eröffnung

Feierliche Ausstellungseröffnung in den Ausstellungsräumen der Národní technická knihovna in Prag - Dejvice

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13. 4.2016

Seminar
Prag

Bildungsseminar für Mittelschulen in der Národní technická knihovna, Beginn 12:30 Uhr

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16.—18. 3. 2016

Treffen in Flossenbürg

Deutsch-tschechische Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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25.—26. 2. 2015

Konferenz
Liberec

Internationale Konferenz "Verlieren wir das Gedächtnis. Vergessene Orte der NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa

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Kontakt

Institut Terezínské iniciativy
Obecně prospěšná společnost
Jáchymova 63/3
110 00, Prag 1
Tschechische Republik
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