Theresienstadt

Terezín

Zpět
Theresienstadt liegt 60 km nördlich von Prag. Die Stadt wurde Ende des 18. Jahrhunderts als österreichische Festung erbaut. Zur Zeit der Ersten Republik lebten dort 3500 Zivilpersonen und ebenso viele Militärangehörige. Ende 1941 wurden die ursprünglichen Einwohner ausgesiedelt und an ihre Stelle traten deportierte Juden, zunächst aus dem Protektorat Böhmen und Mähren und ab 1942 aus Deutschland, Österreich und anderen Ländern. Insgesamt durchliefen mehr als 150 000 Menschen das Theresienstädter Ghetto. Fast 90 000 Personen wurden in die Vernichtungslager weiter deportiert, wo die meisten von ihnen ermordet wurden. Das Ghetto wurde von 30 SS-Männern und 200 tschechischen Gendarmen bewacht.Theresienstadt war nicht nur ein Ghetto mit einem regen kulturellen Leben, sondern auch ein Ort der schweren Arbeit und des Todes. Im September 1942 drängten sich in der Stadt 58 500 Gefangene. Den schrecklichen Lebensbedingungen (Hunger, Krankheiten) fielen 33 000 Menschen zum Opfer.
Alle Bewohner des Ghettos im Alter von 16 bis 65 Jahren mussten arbeiten. Hauptaufgabe war der Umbau der häufig baufälligen Gebäude für die geplante Unterbringung von Juden. Ende 1941 kam ein jüdisches „Aufbaukommando“ in die Stadt, um die Kaserne in Massenunterkünfte umzubauen. Es wurden Kantinen und eine zentrale Bäckerei eingerichtet, man baute das Wasserleitungsnetz und die Kanalisation aus und verlegte drei Kilometer Bahngleise nach Bohuschowitz (Bohušovice). Die anderen Arbeiten betrafen den Betrieb und die Versorgung des Ghettos sowie die Betreuung der alten Menschen aus den Transporten. Darüber hinaus arbeiteten Tausende in Werkstätten für die deutsche Kriegsindustrie. Die Arbeit im Theresienstädter Ghetto war hierarchisch gegliedert. Eine der Abteilungen des jüdischen Ältestenrates kümmerte sich um die Organisation und die Zuteilung der Menschen zu den einzelnen Arbeitsgruppen.

Hana Hnátová
* 1924
Praha, CZ

Hana Hnátova (geb. Lustigová) wurde am 20. Juni 1924 in Prag geboren. Sie ist die Schwester des Schriftstellers Arnošt Lustig. Bis zum Verbot des Schulbesuchs 1940 für jüdische Kinder ging sie auf das Gymnasium. Im November 1942 wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter nach Theresienstadt deportiert. Im Oktober 1944 kam sie mit einem der letzten Transport nach Auschwitz und von dort ins KZ-Außenlager Freiberg. Befreit wurde sie in Mauthausen. Nach dem Krieg holte sie das Abitur nach und arbeitete als Korrespondentin. Sie lebt in Prag und hat zwei Kinder. Sie ist Mitglied des Ehrenausschusses des Arnošt-Lustig-Preises und engagiert sich für das Vermächtnis ihres Bruders.

AUSSTELLUNG

Aktueller Ausstellungsort: vestibul Městského úřadu Český Krumlov, 10.–31. 10. 2018

Institut Terezínské iniciativyDie Ausstellung "Verlorenes Gedächtnis? Orte der NS-Zwangsarbeit in der Tschechischen Republik erstellte das Institut Terezínské iniciativy o.p.s. in Zusammenarbeit mit den Partnern Antikomplex, Živá paměť und der Gedenkstätte Flossenbürg.


Die Ausstellung besteht aus 20 Stellwänden im Format A0 (eine Seite tschechisch, die andere Seite deutsch), die auf Malerstaffeleien montiert werden. Die minimale benötigte Ausstellungsfläche beträgt 80 m², oder ein Flur von ca. 50 Metern.


Die Leihgabe der Ausstellung ist kostenlos. Der Leihnehmer übernimmt nur die Transportkosten. Die Stellwände werden in einer speziellen Schutzkiste transportiert, die Malerstaffeleien einzeln. Die Ausstellung findet Platz in einem Kombi ab der Größe Škoda Octavia.


Im Falle Ihres Interesses, die Ausstellung auszuleihen,
kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail marie.zahradnikova@terezinstudies.cz / education@terezinstudies.cz
oder telefonisch unter: +420 608 611 787 / +420 222 317 013

Aktionen

13. 4. 2016

feierliche Eröffnung

Feierliche Ausstellungseröffnung in den Ausstellungsräumen der Národní technická knihovna in Prag - Dejvice

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13. 4.2016

Seminar
Prag

Bildungsseminar für Mittelschulen in der Národní technická knihovna, Beginn 12:30 Uhr

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16.—18. 3. 2016

Treffen in Flossenbürg

Deutsch-tschechische Jugendbegegnung in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

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25.—26. 2. 2015

Konferenz
Liberec

Internationale Konferenz "Verlieren wir das Gedächtnis. Vergessene Orte der NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa

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Partner

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Finanziell
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Kontakt

Institut Terezínské iniciativy
Obecně prospěšná společnost
Jáchymova 63/3
110 00, Prag 1
Tschechische Republik
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e-mail: marie.smutna@terezinstudies.cz
telefon: +420 608 611 787
 
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